Für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der operativen Geschäftsführung und dem Beirat eines Unternehmens ist neben der Besetzungsqualität vor allem die Konzentration auf die jeweiligen Aufgaben von entscheidender Bedeutung. Gerade bei freiwilligen Kontroll- und Aufsichtsgremien in Familienunternehmen sind die jeweiligen Rechte und Pflichten breit gestreut.

Nichts ist schlimmer als ein vielstimmiger Chor unterschiedlicher Meinungen über die jeweiligen Kompetenzen. Daher muss bei der Gremienbildung vor allem auf eine klare Aufgabendefinition und eine professionelle Arbeitsweise geachtet werden.

Eine nicht-repräsentative Befragung unter 44 CEOs von Familienunternehmen unterschiedlicher Größe und Branche der Beratungsgesellschaft Rochus Mummert ergab auf die Frage „Was sind die entscheidenden Faktoren für eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrem Beratungs-/Kontrollgremium“ folgendes Bild:


Das Ergebnis dieser Befragung zeigt wie im Übrigen andere Erhebungen auch, dass vor allem die Art und Weise, wie die Unternehmensgremien zusammenarbeiten, für ihren Erfolg von entscheidender Bedeutung ist. Hier stehen vor allem Vertrauen, Berechenbarkeit, Kommunikation und ein transparentes und nachvollziehbares Umgehen mit unterschiedlichen Interessenlagen im Vordergrund. Es müssen die gegenseitigen Erwartungen offengelegt, Umsetzungsvereinbarungen klar definiert und Rückmeldungen konstruktiv und ggfs. auch kritisch gegeben werden. Und wenn es erforderlich ist, gilt es auch Konflikte hart, aber fair auszutragen.


Am Beginn des Besetzungsprozesses muss eine klare Definition der Aufgaben und Rollen der einzelnen Beiratsmitglieder stehen. Diese sollten sich vor allem an den strategischen Zielsetzungen des Unternehmens orientieren. Häufig sind Beiräte gerade in Familienunternehmen heute noch mit zu vielen Personen aus dem engeren eigenen Netzwerk des Unternehmers besetzt, die Beiratsmitglieder zu alt und zu lange schon im Gremium vertreten. Ein qualitativ gut, mit unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen und vor allem unabhängigen Mitgliedern besetztes Beiratsgremium hilft nach aller Erfahrung unternehmerisches Vermögen zu erhalten bzw. zu mehren und den Übergang von Familienunternehmen in die nächste Generation zu sichern. Dabei können auch auf die Besetzung von Beiräten spezialisierte Dienstleister helfen, den Kreis qualifizierter Persönlichkeiten zu erweitern, damit der Beirat wirklich als strategischer Sparringspartner für die Geschäftsführung und die Gesellschafter fungieren kann.

Es zeigt sich nämlich regelmäßig in der Praxis, dass ein zu starkes Kompetenzgefälle zwischen der operativen Geschäftsführung und den Beiratsmitgliedern bzw. den Beiratsmitgliedern untereinander zu Frustration und Spannungen führt, die letztlich die Entwicklung des Unternehmens behindern.

Zum Autor:

Dr. Klaus Weigel ist seit 2007 Geschäftsführender Gesellschafter der Board Xperts GmbH, Frankfurt am Main. Er war 25 Jahre für Banken im Corporate-Finance- und Private-Equity-Geschäft in leitender Funktion und als Mitglied in Beiräten und Aufsichtsräten tätig. Die Board Xperts GmbH ist spezialisiert auf die Vermittlung qualifizierter Aufsichtsräte und Beiräte. Dr. Weigel ist zugleich Mitgründer und Vorstandsmitglied der Vereinigung Aufsichtsräte Mittelstand in Deutschland e.V. (ArMiD).

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